Bugatti Chiron mit 417 km/h auf der A2

Begonnen von DocEmmettBrown, 19:25 am Sonntag, den 23. Januar 2022

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

DocEmmettBrown

In den letzten Tagen erzeugt ja dieses Video (gleich mit juristischer Bewertung) für hohe Wellen:

Meine Ansicht darüber weicht von der "üblichen Meinung" ab, was sie aber recht oft tut. Die üblichen Kommentare sind ja:
  • viel zu schnell
  • viel zu gefährlich
  • rücksichtslos
  • hat tausende anderer Autofahrer gefährdet
  • so weit voraus kann man gar nicht gucken
  • wenn ich das (aus finanziellen Gründen) nicht darf, darf der das auch nicht
  • usw.
Alle diese Kommentare zielen haben eines gemeinsam: Die suchen eine abstrakte Gefährdung, die gar nicht vorhanden ist. Richtig ist eher folgendes:
  • Der Milliardär kannte die Strecke. Sie soll, so hieß es, wohl eine "Hausstrecke" von ihm gewesen sein.
  • Die Strecke geht kerzengeradeaus, ist dreispurig und gut einsehbar. Das Wetter war völlig klar, die Sicht einwandfrei.
  • Die Uhrzeit war in den frühen Morgenstunden. Das heißt, er hat sich Gedanken gemacht, andere Fahrer eben gerade nicht zu gefährden. Das Argument der Rücksichtslosigkeit ist damit nicht haltbar und damit entfällt auch der Paragraph des Rennens mit sich selbst.
    [iframe]https://dejure.org/gesetze/StGB/315d.html[/iframe]
  • Die erhöhte Betriebshaftung, die Ch. Solmecke richtig zitiert, gilt bereits ab einem Tempo von 131 km/h. Rechtlich besteht also zwischen 131 und 417 km/h bei gleichen Voraussetzungen kein Unterschied. (Die Betriebshaftung an sich gilt übrigens bereits ab 1 km/h, aber das wollen die meisten Automobilisten gar nicht wissen.)
  • Unklar bleibt, ob er möglicherweise unmittelbar vor dem Versuch die Strecke nochmal abgefahren hat.

Richtig ist vielmehr folgendes: Ob jemand verkehrsangepaßt mit entsprechender Sicht (das immer vorausgesetzt!) 131 km/h oder 417 km/h fährt, ist völlig egal. Und wenn ich sehe, wie bei voller Autobahn Neulinge vom Beschleunigungsstreifen über den rechten Fahrstreifen hinweg gleich auf die Überholspur wechseln, dann kriege ich graue Haare. Die können nämlich bei entsprechender Verkehrsauslastung gar nicht sehen, was von hinten kommt. :o Das ist viel, viel schlimmer als so ein "Versuch" auf völlig leerer Autobahn.

Bei den Kommentatoren scheinen mir einige dabei zu sein, die stattdessen Neid und Mißgunst haben, aber das kann ich natürlich nicht beweisen.

Am Schluß muß ich eine Kritik aber doch noch loswerden: Man sieht im Video, wie der Milliardär am Schluß für einen Moment beide Hände vom Volant nimmt. Das war wirklich nicht nötig, da wollte er wohl für einen Augenblick etwas zu lässig sein. >:( >:( >:(

73 de Daniel

Schrottfunker

Ja, mal abgesehen davon , weiß ich nicht , was das Video sagen soll.
Und meine Ergüsse , sollten sie nicht geistiger oder Forumsliterarischer Art sein, gehen doch eigentlich keinen was an.
Außerdem bin ich zu alt für Ergüsse ....

Dazu hatte ich mir wohl das Original (?), jedenfalls das authentischere Video bei YT reingezogen.
Man sollte sich mal überlegen , ohne gegen Tschechen zu wettern , wieso solch Autos immer öfters kein deutsches Kennzeichen tragen.

Hätte "unser Mach-1/2-Pilot" in seiner Straßenrakete wenigstens mal ein herkömmliches Funkgeräte in die Karre geschraubt, war ja sonst genug Klimbim verschraubt, hätte er mal zwischen 200 und 400 km/h zeigen können, wie wenig ein CB-Funkgerät vom Fahren ablenkt.
Tschechien hat nämlich die gleichen Freigaben für CB-Funk wie Deutschland.Das wäre mal ein sinnvolles Zeichen gegen den Unrechtsparagraphen §23 StVO.
Da hätte der Solmecke mal nen Punkt machen können.

Ansonsten ist "das Pack" eh immer in den Arsch gekniffen ,das beschreibt Solmecke wohl in seinem Clip, den er noch für eine Werbeunterbrechung aufgeblasen hat.
Ob ich mit genug YT-Videos mir auch einen Buchanka als Funkmobil leisten kann ??

DocEmmettBrown

#2
Zitat von: Schrottfunker am 15:54 am Montag, den 24. Januar 2022Man sollte sich mal überlegen , ohne gegen Tschechen zu wettern , wieso solch Autos immer öfters kein deutsches Kennzeichen tragen.
Ist doch bekannt: Nirgendwo auf der Welt zahlt man so viel Steuern wie in Deutschland. Selbst Belgien haben wir von Platz 1 verdrängt. Im EU-Vergleich haben deutsche Bürger den wenigstens Privatbesitz. Den meisten Privatbesitz haben die Südländer der EU. (Und was die Stromkosten betrifft: Das sollte sich ja inzwischen herumgesprochen haben.) Da mußt Du Dich doch nicht wundern, wenn hier sich kaum einer einen Bugatti leisten kann.

Und Neuigkeiten: https://www.welt.de/vermischtes/article236432927/Im-Bugatti-mit-417-km-h-ueber-A2-Ermittlungsverfahren-eingeleitet.html
Das sieht jetzt so aus, als suche man das Haar in der Suppe. Wenn die wirklich alle rausfiltern und mit Bußgeldern belegen wollten, die z.B. das Rechtsfahrgebot verletzen, da kämen die nimmer nach. Die Staatsanwaltschaft soll lieber mal dort tätig werden, wo tatsächlich echte Gefahren lauern, z.B. bei Dränglern. >:(

Der Oberknaller kommt aber erst noch: Die Tat selbst geschah im Juli 2021, also vor etwa einem halben Jahr. Die Verjährung bei bußgeldbewehrten Taten liegt aber bei drei Monaten ab Zeitpunkt der Tat. Was will die Staatsanwaltschaft denn jetzt noch nach einem halben Jahr außer dem Verbrennen von Steuergeldern? >:(

73 de Daniel