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Wie geht Gehäusebearbeitung?

Begonnen von DocEmmettBrown, 01:23 am Sonntag, den 12. Dezember 2021

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DocEmmettBrown

Ich habe gesehen, daß man bei der Amazone recht günstig Plastik-Meßgerätegehäuse bekommt. Das muß man nur noch mit runden Löchern für Drehregler aller Art und mit eckigen Aussparungen für z.B. Zeigerinstrumente oder LC-Displays versehen und bedrucken. Genau an der Stelle habe ich aber ein Problem: Ich habe dafür überhaupt kein Werkzeug.

Daher die Frage:
Was braucht man alles für Werkzeug? Mit dem Bohrhammer frei Hand die Löcher für Potis und Drehkos bohren, das geht schon in Gedanken schief. Und eckige Aussparungen für Zeigerinstrumente und LC-Displays anfertigen, da habe ich auch nichts.

Im ersten Fall braucht man wohl erst mal einen Bohrständer und möglicherweise eine ganz andere Bohrmaschine. Im zweiten Fall vermutlich eine Tischstichsäge oder sowas. Ich habe keine Ahnung, was man da braucht und was so etwas kostet.

Beim "Druck" hat man früher in meiner Jugend auf ganz glatten Flächen Rubbelbuchstaben nehmen können. Wenn das aber eine genarbte Kunststoffoberfläche ist, da hält sowas doch nicht. :(

Das nächste Problem sind bei LC-Displays oder LED-7-Segmentanzeigen die Plastikscheiben. Wir bringt man die an, so daß das am Ende sauber aussieht? Ich habe davon überhaupt keine Ahnung. :(

Also was braucht man alles und wieviel Geld muß man dafür überschlägig in die Hand nehmen?

73 de Daniel

Digger

#1
Ständerbohrmaschine wäre ideal, ein guter Bohrständer und eine rund laufende Handbohrmaschine tuts auch, dazu ein passender Bohrschraubstock
Wichtig ist, daß die Drehzahl niedrig einzustellen sein soll.
Aufpassen, daß der Bohrer nicht heiß wird, sonst schmilzt der Kunststoff und das wollen wir nicht
Für Kunststoffe sollte man Bohrer verwenden, deren Spanwinkel möglichst klein ist (fast 0°) und der Keilwinkel groß (>80°)
Dadurch wird verhindert, daß beim Durchbohren die Bohrung ausreißt.

Ansonsten:
Stichsäge mit Sägeblättern für Metall,
Feile z.B. Flachstumpf 250 H3, Halbrund 250 H3
Nadelfeilen Set,
Messschieber,
Anreissmessschieber oder Zirkelmessschieber (damit können auch Kreise genau angerissen werden),
Schraubstock.

Wenn Potis in eingebaut werden, dann haben die meist eine Nase als Verdrehschutz. Man reißt erst die beiden Löcher (Verdrehschutz und Potiachse) an,
bohrt zuerst das kleine Loch für den Verdrehschutz und dann das für die Zentralbefestigung.

Nur als Tip, anreißen, auf der Innenseite. Die Anreißlinien sehen auf der Außenseite unschön aus. Dran denken, seitenverkehrt anreißen!

73 Digger

PS
den Bohrschraubstock kann man auch sehr gut als dritte Hand beim Löten gebrauchen.
Tradition bedeutet nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers.

Am Mike Hartmut, 13HN958 / 13RF958
Mobil: Albrecht AE 6110 (AE5890EU),DV27T, DV27, DV lang, Eigenbau (J-Pole)
KF: AE 5890EU, Eigenbau (J-Pole)

Yamato / DO1TRS

Moinsen...

ich denke, für so "kleine" Dinge dürfte auch ein Dremel mit entsprechendem Zubehörsatz ausreichend sein. Die "Scheibchen" für die Displays oder Anzeigen entsprechend etwas größer auslegen und vielleicht mit nem klitzekleinen Tropfen Sekundenkleber an jeder Ecke, sollte doch ausreichend sein...

73, de Torsten
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. -Guy de Maupassant

DocEmmettBrown

Hm, keine Ahnung, also innen drin kann ja ruhig auf einer Lochraster oder Freiluftverdrahtung (die ist bei einem Detektor sowieso besser) geschnuddelt werden, aber das Äußere sollte halt stimmen. Von den Dingen, die Hartmut aufgezählt hat, habe ich nur den Meßschieber. Alles andere müßte ich kaufen, ganz egal, ob da nun Dremel oder Proxxon draufsteht.

Für LC-Displays und 7-Segment-LEDs habe ich inzwischen Kragen gefunden, aber die würden z.B. bei einem Drehspulinstrument ja nicht passen. :(

Und wie macht man eine saubere Beschriftung? Siebdruck kann ich ja nicht.

73 de Daniel

Yamato / DO1TRS


Aber die Fair Lady kann das... die bedruckt so ziemlich alles ;)

73, de Torsten
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. -Guy de Maupassant

DocEmmettBrown

Zitat von: Yamato am 20:52 am Sonntag, den 12. Dezember 2021Aber die Fair Lady kann das... die bedruckt so ziemlich alles ;)
Und was sollen ihre Dienste kotzen kosten? Wenn nachher das Gehäuse komplett mit 200 € zu Buche schlägt, verliere ich die Lust. :(

73 de Daniel

Yamato / DO1TRS


Wieviele Gehäuse willste denn bedrucken lassen?
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. -Guy de Maupassant

DocEmmettBrown

Zitat von: Yamato am 21:00 am Sonntag, den 12. Dezember 2021Wieviele Gehäuse willste denn bedrucken lassen?
Ich dachte da an eine Serienproduktion mit einer Gesamtstückzahl von 1 ("einem") Stück.

73 de Daniel

Yamato / DO1TRS


;D ;D okay... schick mal ein paar Infos, ich frag sie mal.
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. -Guy de Maupassant

DocEmmettBrown

Was anderes, und zwar zum Thema Platinenbefestigung.

Nehmen wir mal an, ich wollte einen Frequenzzähler einbauen und dabei ein Fertigmodul (kostet ja fast nichts) nehmen. Jetzt haben die Platinen der Fertigmodule Bohrungen für Schrauben. Die Gehäuse haben ihrerseits so Vorbohrungen für die Befestigung von Platinen. Problem: Selbst in 1000 Jahren werden diese nicht mit fertigen Platinen übereinstimmen. Sie sind also schlichtweg für die Katz'.

Wie kann ich eine Platine mit starren Bohrlöchern in ein Gehäuse schrauben? Kann man dazu irgendwie mit irgendeinem Trick Muttern im richtigen Abstand in ein Gehäuse kleben? Geht sowas?

73 de Daniel

Digger

Ganz einfach,
du bohrst an den entsprechenden Stellen Löcher für passende Schrauben und senkst die Bohrungen von außen an (Af oder Am Senkung)
Dann nimmt man Senkschrauben von vorne durch die Frontplatte, dahinter dann mit einer Mutter festziehen dann die Platine mit den darin befindlichen Löchert aufstecken und mit einer weiteren Mutter festziehen.

73 Digger
Tradition bedeutet nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers.

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DocEmmettBrown

Ich hätte jetzt in meiner Verzweiflung einfach durch das Modul die vier Schrauben gesteckt und mit zugehörigen Muttern (nicht allzu) fest gezogen. Zum Glück sind die Befestigungslöcher ja immer in den Ecken. Dann die vier Muttern, die ja nun mit der Platine locker fixiert sind, mit Heißkleber ins Gehäuse geklebt. Nach dem Erkalten die Schrauben vorsichtig herausdrehen und den Rest der Muttern (also 360°) ebenfalls mit Heißkleber im Gehäuse eingeklebt.

73 de Daniel

Digger

#12
Ich habe es endlich geschafft,
Anbei Bilder von einem originalem Bohre und dem dazu gehörenden Bohrloch in Acrylglas
und nach verändertem Bohrer mit einer Probebohrung in Acrylglas.

73 Digger

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DocEmmettBrown

Zitat von: Digger am 18:58 am Donnerstag, den 21. April 2022Anbei Bilder von einem originalem Bohre und dem dazu gehörenden Bohrloch in Acrylglas und nach verändertem Bohrer mit einer Probebohrung in Acrylglas.
Oh, das ist aber mehr als deutlich!

73 de Daniel

DocEmmettBrown