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Selbstbau => Selbstbau => Antennenbau => Thema gestartet von: Digger am 13:52 am Donnerstag, den 02. Dezember 2021

Titel: Eigenbau Antennen, λ 1/4
Beitrag von: Digger am 13:52 am Donnerstag, den 02. Dezember 2021
Die Viertelwellenantenne, ist das Einfachste was man bauen kann.
Sie besteht aus einem Leiter (eindariges Kabel) der an die Seele des HF Kabels angeschlossen wird und ist-- daher der Name -- eine viertel Wellenlänge lang.

Bsp.:
CB Funk: Frequenzbereich von 26,565 bis 27,405 MHz

Bandmitte wäre dann 26,985 MHz (Kanal 3)
Die Wellenlänge errechnet sich mit der Lichtgeschwindigkeit und der Frequenz.

Wellenlänge = Lichtgeschwindigkeit (in m) : Frequenz (in Hz) = 11,117 m

Ein viertel davon sind dann  2,779 m

Da die Lichtgeschwindigkeit nur im Vakuum die 300000 km/sec erreicht
muß man noch einen Korrekturfaktor mit einrechnen.
Bei normalem einadrigem Kabel ist das meistens 0,93

Bedeutet, man muß die 2,779 m noch mit 0,93 multiplizieren
Und dann kommen wir auf eine Länge von 2,584 m.

Den Strahler haben wir jetzt.
Aber was machen wir mit der Abschirmung, die ja in unsrer Zuleitung vom Funkgerät auch noch vorhanden ist.
Ein Antenne dieser Bauart braucht ein elektrisch leitendes Gegengewicht.
z.B. ein Auto oder  Fahrrad oder ein Metallgeländer, ... .
Das verbindet man dann (elektrisch) mit dem Mantelgeflecht des HF Kabels.
Da diese Gegengewichte ja von ihrer Form und Masse nicht gleich sind, sollte man die Länge des Strahlers noch darauf abstimmen.
Generell kann man sagen, je größer das Gegengewicht ist, um so besser sendet die Antenne.

Diese Antenne kann durch aufwickeln des Antennendrahtes mechanisch verkürzt werden. Elektrisch hat sie nach wie vor die selbe Länge.
Allerdings ergeben sich dabei Nachteile z.B. der Bereich in dem das SWR gut ist wird kleiner oder die Abstrahlung wird schlechter.

Die Abstrahlgüte wird in dBd oder in dBi angegeben, je nachdem was als Referenz benutzt wird.
Bei dBd wird ein Dipol benutzt und bei dBi ein Isotropischer Strahler.
Meist wird bei gekauften Antennen dBi angegeben, da da der Wert höher erscheint.
Ein Dipol sendet um 2,15 dBi besser als der Isotrop. deshalb
 0 dBd = 2,15 dBi.
oder bei einer λ 1/2 Antenne sind es 2 dBd oder 4,15 dBi
Ein λ 1/4 Strahler hat einen Gewinn von 0 dBd bis 1 dBd, wobei 0 dBd realistisch sind..

73 Digger

Titel: Antw: Eigenbau Antennen, λ 1/4
Beitrag von: Digger am 20:17 am Dienstag, den 09. August 2022
Eine weiter Bauform ist der Dipol (Di = 2, also Zweipol). Hierbei wird in der einfachsten Bauform die Seele des HF-Kabels mit dem Strahler (wie bei der λ 1/4) verbunden und ein weiteres als Masse mit dem Schirm. Für bestimmte Anwendungen kann man, anstatt Seele und Schirm direkt anzuschließen, einen 1:1-Balun dazwischen schalten. Dadurch wird die Antenne selbst erdfrei. Bei der Installation einer Dipolantenne sollte man darauf achten, daß die Zuleitung nicht parallel zu einem der beiden Strahler verläuft, sondern möglichst rechtwinklig davon. Abgeglichen wird diese Antenne wie auch die λ 1/4 durch Anpassung in ihrer Länge.

Sonderformen des Dipols sind z.B. die verschieden Boomerang-Antennen, die T2LT, die Groundplane Antenne, dazu zählt auch die Schweißfußantenne..

Zu beachten ist weiterhin die Art der Aufhängung:

Im Bereich der Bodenwelle (Nahbereich) wird im CB-Funk immer ein vertikaler Strahler verwendet. Baut man den Dipol dennoch horizontal auf, so muß man sowohl beim Senden wie auch beim Empfang mit Einbußen von bis zu sechs S-Stufen rechnen.
Nur als Rechenbeispiel:
Bei einer Sendleistung von 4 Watt erhält der Sender von der Gegenstation einen Rapport von S 9.
Wird nun eine der beiden Antennen in ihrer Polarisationsebene um 90° gedreht,
bekommt er nur noch einen Rapport von S 3.
Um dies auszugleichen müßte er die Sendeleistung auf 16 384 Watt erhöhen!
(Jeweils für eine S Stufe die 4 fache Leistung.)

Verwendet man diese Antennenform für DX-Verkehr über die Raumwelle, dann spielt die Polarität keine Rolle mehr, weil bei der Reflexion in der E, F1 und/oder F2 Schicht keine feste Polarisationsebene mehr vorhanden ist, sondern nur noch ein Gemisch von allem.
Vorteil ist dann, daß diese Antenne eine oder besser zwei Vorzugsrichtungen hat, nämlich quer zur Antennenaufhängung in beide Richtungen so wie auch nach oben.
Durch diese Abstrahlung nach oben nennt man solche Antennenformen auch Steilstrahler.
Will man z.B. mit den USA oder mit den Osteuropa Verbindung aufnehmen, sollte diese Antenne in Nord-Süd-Richtung aufgehängt werden. Um nach Italien oder nach Skandinavien zu kommen, sollte die Aufhängung logischerweise in Ost-West Richtung erfolgen.

73 und viel Spaß beim Basteln

Digger

Titel: Antw: Eigenbau Antennen, λ 1/4
Beitrag von: Phantom am 08:43 am Freitag, den 12. August 2022
Hierzu habe ich in meinen Lesezeichen einen interessanten Link zu Berechnung einer sogenannten Bazooka-Antenne.

https://www.funkerportal.de/index.php?set=c3ViPW1peCZtb2Q9YmF6b29rYQ==

oder alternativ zur Berechnung einer Antenne

http://www.df7sx.de/doppel-bazooka-rechner/

 
Titel: Antw:Eigenbau Antennen, λ 1/4
Beitrag von: Michael aka Mr. Müsli am 13:57 am Sonntag, den 06. August 2023
Hallo Hartmut,

Du hattest hier ein Beispiel für eine Längenberechnung von Antennen.

Zitat von: Digger am 13:52 am Donnerstag, den 02. Dezember 2021Da die Lichtgeschwindigkeit nur im Vakuum die 300000 km/sec erreicht
muß man noch einen Korrekturfaktor mit einrechnen.
Bei normalem einadrigem Kabel ist das meistens 0,93

Bedeutet, man muß die 2,779 m noch mit 0,93 multiplizieren
Und dann kommen wir auf eine Länge von 2,584 m.

Vielen lieben Dank hierfür.

Kurze Frage hierzu:
Handelt es sich bei den 0,93 um den Verkürzungsfaktor der bei manchen Kabel im Internet angegeben sind oder ist dieser noch zusätzlich zu berücksichtigen?

Herzlichen Dank und 73
Michael
Titel: Antw:Eigenbau Antennen, λ 1/4
Beitrag von: Yamato / DO1TRS am 14:23 am Sonntag, den 06. August 2023
Servus Michael,

ja das ist richtig. Der Wert 0,xx stellt den Verkürzungsfaktor dar, mit dem du rechnest.

73, de Torsten