Erfahrungsbericht CRT SS7900 V turbo

Begonnen von Poldie, 12:03 am Sonntag, den 11. Juni 2023

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Poldie

Hallo,

mein erster Post in diesem Forum ist dieser Erfahrungsbericht. Dazu ein kurzes Vorwort:

Ich bin Wiedereinsteiger nach ca. 23 Jahren Pause im CB-Funk und war auf der Suche nach einem AM/FM/SSB-Gerät. Übrig bileben:
1. President McKinley
2. Albrecht AE2990
3. Albrecht AE5890

Alle diese Geräte erfüllten meine Anforderungen nur teilweise:
- Keine Relaisablage
- Zu geringe Sendeleistung SSB(AE2990)
- teilweise sehr "durchwachsene" Testberichte
- relativ hoher Preis (dazu später mehr)

Also hab ich zwangsläufig auch nach sog. Exportgeräten gesucht und in *meine* engere Wahl fielen
1. President Lincoln 2+
2. CRT SS7900 V turbo

Ich habe mich nach längerer Recherche für das letztere Gerät entschieden und bin sehr zufrieden damit.

Pro:
1. alle wichtigen Bedienelemente als Drehregler und einzelne Tasten
2. großes, sehr gut ablesbares Display
3. Relaisablage programmierbar
4. m.M.n. sehr empfindlicher und trennscharfer Empfänger
5. VFO/Kanal-Modus umschaltbar, inkl. 5kHz-Raster
6. frequenzstabil - bisher konnte ich keinen Drift feststellen (kalt/warm)
7. ordentliches S-Meter mit vielen Abstufungen
8. SWR-Schutz und Batterie-Tiefentladungs-Schutz
9. übersichtliche Menü-Struktur
10. gute Modulation mit dem Original-Mikrofon
11. ein wirklich sehr guter Rauschfilter (5 Stufen für RX/TX getrennt)
12. NF-Ausgang am Mikrofonstecker (für mein selbstgebautes ROS/JS8-Modem)
13. viele Einstellungen können einzeln pro Kanal gespeichert werden (AM/FM/SSB, Echo, Rogerpiep, Relais, NB, HiCut)

Neutral:
1. Echo einstellbar
2. CTCSS/DCS einstellbar
3. bis zu 8 Rogerpieptöne über Software selbst programmierbar (Tonhöhe, Dauer, etc)
4. 6 Speicherplätze für häufig genutzte Kanäle/Frequenzen
5. SWR-Meter nicht genau, kann aber als Anhaltspunkt dienen
6. Auto-Squelch in 9 Stufen

Contra:
1. sehr großes Gehäuse (viel Platz drin) daher schwierig im Auto zu montieren
2. EMG- und DW-Kanäle nur über Software am PC programmierbar
3. SWR-Schutz ab Werk auf 1:20 eingestellt! Muss per Software erst richtig programmiert werden
4. Im Kanal-Modus Bandumschaltung notwendig (12x 40 Kanäle)
5. Display nicht temperaturstabil: Im Winter dauert es eine Weile bis alle Segmente sichtbar sind (ca. ab Umgebungstemperatur +5°C)


Dadurch, dass im Gehäuse soviel Platz ist, habe ich einen 6Ah-LiFePo4 von Eremit dort verbaut.
Das Gerät lässt sich so inkl. dem 10m Spiderbeam und der T2LT gut im Rucksack transportieren.
Zuletzt: Für 260€ ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut - jedenfalls deutlich besser, als bei den anderen Geräten, die ich genannt habe

So das wars erst mal. Sollte mir noch was einfallen, schreib ich das nachträglich.

Gruß

Alex




11m: Albrecht 6290/CRT 7900 V turbo
70cm/PMR: Midland GB1/Kenwood TK-3501E
Midland C1020 LC 65, Lambda 1/4
Procomm HBL-4120, Lambda 5/8
10m Spiderbeam/T2LT

Poldie

#1
Noch was:

Keine Anzeige der Betriebsspannung, dadurch nicht erkennbar wann der Akku "leer" ist.
Die Spannung, ab der der Tiefentladeschutz das Senden blockiert, lässt sich aber im Service-Menü in einstellen.

Mit dem 6Ah-Akku kann man ca. 10-12 Stunden funken (bei einer Sendeleistung von ca. 4-5W und geschätzt 80% RX/20%TX)

Das ist auch der Grund, warum ich die Sendeleistung nicht erwähnt habe. Die war für mich nicht entscheidend,
da die Betriebsdauer im Akkubetrieb bei höherer Ausgangsleistung deutlich abnimmt. Bin eher der QRP-Funker :)

Totzdem sei erwähnt, dass ich max. ca. 50W FM und ca. 60W SSB messen konnte - das entspricht den Angaben des Herstellers.

Zu dem Eremit-LiFePo-Akku ist noch folgendes anzumerken:

Da LiFePo eine Ladeschlußspannung von 14,4V hat, ist ein vollständiges Aufladen im Auto (max. 13,2-13,8V) nicht möglich.
Außerdem musste ich eine 10A-Schottky-Diode in der Zuleitung einbauen, damit der Akku nicht Teile meiner Fahrzeugelektronik (Radio, Lüftung...) versorgt.
Dadurch hab ich zusätzlich ca. 0,4V weniger Eingangsspannung.

Ich muss zum Laden ein passendes Ladegerät nutzen, was ich noch aus meiner Drohnen-Selbstbauzeit übrig hatte.
11m: Albrecht 6290/CRT 7900 V turbo
70cm/PMR: Midland GB1/Kenwood TK-3501E
Midland C1020 LC 65, Lambda 1/4
Procomm HBL-4120, Lambda 5/8
10m Spiderbeam/T2LT

Yamato / DO1TRS

Servus Alex,

Vielen Dank für Deinen Bericht. Scheint, als wäre das Gerät technisch sehr gut. Dann viel Spaß im Betrieb.

73, de Torsten

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. -Guy de Maupassant

Phantom

Hallo Poldie,

ich hatte die 7900 auch in der engeren Auswahl, hat für mich aber zwei gravierend Nachteile.

1. Die Tasten sind nicht beleuchtet, nur nach Einbau eines kleinen LED Panels.

2. An der RJ45 Buchse liegen keine 12Volt an

Um nur CB zu machen, was Du ja tun willst, ist eine KPO 5000 oder vergleichbare Modelle günstiger und besser.




Gruss Peter

Was ich aktuell als CB Ausstattung nutze:
President McKinley als Heimstation
President Randy III als Handgurke
Sirius GAIN Master 5/8 als Antenne

Poldie


Hallo Peter,

1. Die Tasten sind nicht beleuchtet, nur nach Einbau eines kleinen LED Panels.

Ja, das ist ärgerlich - ich kann aber damit leben. Wenn es richtig dunkel ist, scheint ein wenig Licht vom Display hinter die Tasten, das reicht aber nicht um die Schrift lesen zu können. Ich hab mich aber schon so dran gewöhnt, dass ich die Tasten blind finde ;-)


2. An der RJ45 Buchse liegen keine 12Volt an


Auch das finde ich verbesserungswürdig.
Mit einem kleinen Eingriff und Lötkolben aber zu beheben.


Um nur CB zu machen, was Du ja tun willst, ist eine KPO 5000 oder vergleichbare Modelle günstiger und besser.


Da ist dann halt noch das große Display, und das persönliche Feeling allgemein. Die Kpo 5000 ist nicht mein Ding😉

Deshalb hab ich auch "Erfahrungsbericht" und nicht "Testbericht" geschrieben - es ist nur meine subjektive Meinung.


Gruß

Alex
11m: Albrecht 6290/CRT 7900 V turbo
70cm/PMR: Midland GB1/Kenwood TK-3501E
Midland C1020 LC 65, Lambda 1/4
Procomm HBL-4120, Lambda 5/8
10m Spiderbeam/T2LT